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Abendkirche im Advent

13.12.2020 (18:00)

 

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Immanuel

Paulus ist Autor der meisten Briefe des Neuen Testaments. Im sog. ‚Hohenlied der Liebe‘ nennt er die drei maßgebenden Wesensmerkmale für das Leben als Christ: „Glaube, Hoffnung, Liebe“ (1. Korinther 3,13).
Advent setzt einen Akzent vor allem auf die zweite Größe aus diesem Trio: zuversichtliche und freudige Hoffnung. Weniger auf ein besinnliches Weihnachtsfest, sinkende Inzidenzzahlen, ein Ende des Lockdowns oder einen effektiven Impfstoff. Aber worauf dann?

Stefan Vatter ist promovierter Theologe. Als Konferenz-Redner, Autor und Coach für Unternehmensentwicklung ist er international unterwegs und berät Führungskräfte und Verantwortungsträger aus Kirche und Gesellschaft. In diesem Jahr erschien sein aktuelles Buch ‚Exploration Gott. Was unsere Gesellschaft jetzt braucht‘.
Vatter sieht Europa und die Welt in einem revolutionären Wandel begriffen. Pandemien, Klimaveränderung, Flüchtlingsströme und Digitalisierung erfordern ein grundsätzlich neues Denken und Fragen: „Was haben die Brennpunkte unseres Lebens und die Zukunftsfragen der Menschheit mit der Frage nach Gott zu tun?“
Verwundert über das Schweigen der Kirchen in dieser Sache schreibt er im Editorial der aktuellen Beilage der evangelischen Wochenzeitschrift idea Spezial: „Die Frage nach dem, was in unserer Zeit noch zählt und unerschütterlich ist, und damit auch die Frage nach Gott, tritt wieder in den Vordergrund. Der Philosoph Ludwig Feuerbach (1804 –1872) sagte, Gott sei eine Illusion und spiele für die Gestaltung der Welt und unsere Verantwortung der Natur gegenüber keine Rolle. … In Anbetracht von Covid-19 ist die Frage nicht unerheblich: ... Was wäre, wenn Gottes Abwesenheit eine Illusion ist?“
Vatter konstatiert: „An Weihnachten betritt der Schöpfer selbst die Weltgeschichte in Raum und Zeit.“ Er verweist auf den Propheten Jesaja, der rund 600 Jahre vor dem historischen Weihnachten schreibt: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihn Immanuel nennen.“ (Jesaja 7,14).
Matthäus nimmt dieses prophetische Wort in seinem Evangelium vor einem spannenden Hintergrund wieder auf. Enttäuscht plant Josef seine Verlobte Maria heimlich zu verlassen. Das Evangelium nennt seine Gründe: „Noch bevor sie geheiratet und miteinander geschlafen hatten, erwartete Maria ein Kind.“ (Matthäus 1,18) Aber bevor Josef sein Vorhaben ausführen kann, erscheint ihm im Traum der Engel des Herrn. Er deutet ihm die Situation, dass sich in Marias Schwangerschaft sowohl Jesajas Prophetie als auch Gottes Plan erfüllt. Und er teilt ihm die Bedeutung des Namens ‚Immanuel‘ mit: ‚Gott ist mit uns‘ (Matthäus 1,25).
Stefan Vatter schreibt dazu: „Das ist eine zentrale Nachricht für unsere Zeit. Weihnachten stellt klar: Gott hat uns nicht vergessen. Ohne dieses ‚Gott mit uns‘ ist die Weltgeschichte ein Irrgarten. ... Nehmen wir als Christen gerade in der Weihnachtszeit unsere Mitmenschen auf die faszinierendste aller Explorationen (Entdeckungen) mit: Gott als Vater zu entdecken!“

Kommenden Sonntagabend am 3. Advent erwartet Sie in der Abendkirche Bochum ein adventlicher Impuls von Christoph Wagner. Mit Vatter teilt er die Ansicht, dass Advent und Weihnachten Menschen von heute durchaus Grund und Anlass sein können, sich auf den Gedanken einzulassen, dass Gott weder eine Illusion noch die Weltgeschichte ein Irrgarten ist.
Allerdings ist er überzeugt, dass Glaube und Leben der frühen Gemeinde wie der Kirche heute, ihre missionarische Dynamik und Anziehungskraft nicht aus dem Rückblick auf ein Krippenidyll bezieht. Glaube und Vertrauen der ersten Christen richteten sich auch in herausforderungsvollen Zeiten auf den auferstandenen Herrn ihrer Kirche und ihres Lebens. Wie wir heute so lebten auch sie damals mit vielen offenen Fragen. Aber mit einem hoffnungsfrohen und erwartungsvollen Blick auf den, dem alle Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben ist: Jesus Christus. Und auf den Tag, an dem sich alle Knie in Seinem Namen beugen und alle bekennen werden, „dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.“ (vgl. Philipper 2,10+11) Oder wie es der Hamburger Theologe Helmut Thielicke prägnant umschreibt: „Wir wissen nicht, was kommt. Aber wir wissen, wer kommt. Das heißt: die Angst verlieren, weil ich die letzte Wirklichkeit kenne.“

Freuen können Sie sich auf eine Abendkircheband in großer Besetzung. Zusammen mit Jacqueline Stürmer (bekannt aus den 2015er Knockouts bei The Voice Of Germany und bei uns durch Walk Into The Light 2017) präsentieren sie ein adventliches Musikprogramm mit vielen bekannten Stücken von Whitney Houston, Amy und Natalie Grant u.v.m.

Was wir in unseren Veranstaltungen tun, um Ihnen einen unbesorgten Aufenthalt bei uns zu ermöglichen, können Sie sich unter diesem Link anschauen. Dort finden Sie auch eine Möglichkeit, Ihr Kommen per Mail anzumelden. Das ist uns eine große Hilfe.

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