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Sommerabendkirche

25.07.2021 (18:00)

 

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„Was dünkt euch?“

Die Freude der Bibel am offenen Diskurs

Leben ist long life learning - lebenslanges Lernen. Ein alter Hut. Aber einer, so scheint’s, der in unserer Zeit, in der Haltungsjournalismus und Cancel Culture zur neuen Tagesordnung gehören, in die Mottenkiste verbannt  wurde. Die Vertreter dieser Richtung halten sich unangefochten für klug genug und wissen sich in den aktuellen Kontroversen stets auf der richtigen Seite. Kritische Fragen sind unerwünscht, weil die Antworten schon fest stehen. Aber Lernende lassen sich darauf ein, Argumente der Gegenseite unvoreingenommen zu prüfen, bevor sie zu einem abschließenden Urteil kommen. Selbstsicherheit passt nicht in ihr Profil.

Lernen beginnt damit, dass wir fragen. Kinder „löchern“ uns mit ihren Fragen, um ihr Wissen von der Welt, die sie umgibt, zu erweitern, um sich in ihr orientieren zu können. Sie fragen aus ureigenem Antrieb, ohne dazu angehalten zu sein. Es ist dann ein längerer Prozess, bis sie über die sie unmittelbar betreffenden Dinge hinaus nach dem tieferen Sinn hinter den Dingen fragen, nach der Wahrheit, nach dem Glück, nach dem Ziel ihres Lebens.
Fragen gehört zu einem guten Dialog. „Fragen sind immer der Mühe wert, Antworten nicht immer“, meinte der Dichter Oscar Wilde ironisch. Aber Fragen provozieren Antworten, die wiederum zu Nachfragen führen und am Ende vielleicht zu einem beiderseits befriedigenden Ergebnis.

Die Bibel stellt auf ihren ersten Seiten die entscheidenden Menschheitsfragen: “Adam, wo bist du?“ (1. Mose, 3,10) und „Wo ist dein Bruder Abel?“ (1. Mose 4,9) Sie rührt mit diesen Fragen, die kein Ausweichen zulassen, an das Gewissen. Sie zielt auf die Verantwortung, die der Mensch vor Gott und für seinen Nächsten hat. Es sind die Fragen, mit der Gott sein Geschöpf herausfordert und zur Rechenschaft zieht.
Aber Gott fragt nicht nur persönlich. Er hat auch seine Leute, die in seinem Geist die wichtigen Fragen stellen:
„Was hast du, das du nicht empfangen hast?“ (1. Kor. 4,7)
„Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“ ( Röm. 2,4)
„Was für einen Sinn hätte es, in Ephesus gegen wilde Tiere zu kämpfen, wenn es keine Auferstehung von den Toten gäbe?“ (1. Kor. 15,32)
„Ermutigt ihr euch gegenseitig, Christus nachzufolgen? Tröstet ihr euch gegenseitig in der Liebe? Seid ihr im Heiligen Geist verbunden? Gibt es unter euch Barmherzigkeit und Mitgefühl?“ (Eph. 2,1)

Auch Jesus liebt es zu fragen. Er fragt seine Leute, um sie an ihre Bestimmung zu erinnern: „Wozu ist Salz noch gut, wenn es seinen Geschmack verloren hat? (Matth. 5,13) Oder um ihnen Gottes Güte vor Augen zu malen: „Ihr Eltern - wenn euch eure Kinder um ein Stück Brot bitten, gebt ihr ihnen dann stattdessen einen Stein? Oder wenn sie euch um einen Fisch bitten, gebt ihr ihnen eine Schlange?“ (Matth. 7, 9+10)
Jesus liebt auch die indirekten Fragen - Fragen, die seine Hörer sich selbst stellen müssen, wenn sie seine Gleichnisse verstehen wollen und überlegen, wo sie darin vorkommen. Er legt es darauf an, dass sie ins Fragen kommen und sich selbst prüfen. Statt sie in schlechtes Licht zu rücken, hält er ihnen den Spiegel vor und lässt sie selbst sehen, wo und wie sie gemeint sind.

Mit der einleitenden Frage „Was dünkt euch?“ (Luther) bzw. „Was meint ihr?“
erzählt Jesus seinen Gegnern aus dem Tempelbetrieb die Geschichte von den beiden ungleichen Söhnen (Matthäus 21, 28-32) und fordert sie damit heraus, ihre Rolle vor Gott zu erkennen, dem sie zu dienen glauben.
Sigrid Hinkelmann möchte in der Abendkirche am 25. Juli im Nachdenken über diese Geschichte Mut machen, sich den kritischen Fragen der Bibel bereitwillig auszusetzen und umgekehrt ohne Scheu eigene Fragen an die Bibel zu stellen. Sie kann das ab! Sie wartet darauf! Sie zeigt uns, wie kurz manche unserer Fragen greifen und gibt Antworten, mit denen wir nicht abschließend fertig werden, sondern die uns anhalten, immer wieder neu über unsere engen Grenzen hinaus zu fragen!

Die Musik des Abends gestalten Nadia Schüler&friends. Bekannte Worship-Titel laden zum (leider immer noch stillen) Mitsingen ein.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und nehmen gern Ihre Anmeldung entgegen!

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