Abendkirche

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Horizonterweiterung

 

„Hinterm Horizont geht’s weiter …  immer weiter. Zusammen sind wir stark“ singt Udo Lindenberg seit 1997.
Um welchen Horizont es geht, bleibt offen. Ebenso die Antwort auf die Frage, wie es denn dort weiter geht und mit welchen Werten man zusammen stark sein will.

Wer heute nach handfesten und praxisorientierten Informationen zu den großen Fragen des Lebens und der Zeit, in der wir leben, sucht, hat es nicht leicht. Die Mehrzahl der Medien, deren Aufgabe das eigentlich wäre, bleiben solche Antworten schuldig. Antworten mit Sachkenntnis. Mit erfahrungsbasiertem Wissen und Orientierungspotential für neue Horizonte. Sie zeigen oft nur Bilder, die uns emotional bewegen. In diesen Tagen Bilder der Zerstörung. Tote. Fliehende. Feuer und Rauch. Panzerkonvois.
So empfiehlt nun so manche kirchliche Verlautbarung zu Ostern 2022, doch lieber leise und feinfühlig die Osterbotschaft zu sagen. Als hätte es etwas Peinliches in diesen Zeiten, selbstbewusst und tröstend zugleich vom auferstandenen Herrn Jesus Christus zu sprechen. Und von Ostern als Gottes Garantie auf Seine Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, „in denen (endlich) Gerechtigkeit wohnt“ (2. Petrus 3,13).  

Ja, wir mögen entsetzt, gekränkt und enttäuscht sein, wie der Kulturwissenschaftler Christian Schüle schreibt, „so lange Zeit darauf vertraut zu haben, das Böse mit Kranzniederlegungen, Feierstunden und Andachtsbeschwörungen ein für allemal aus Europa hinausmoralisiert, mit Handel hinwegkommerzialisiert und mit Interessenpolitik hinfortrationalisiert zu haben – seit Jahren mit der Mission unterwegs, mittels moralischer Korrektheit die halbe Welt kulturell zu dem zu erziehen, was wir für gut und gut begründet halten.“ Nichtsdestotrotz und um so mehr kann es nicht  Ziel und Aufgabe der Kirche sein, verschämt und mit Zurückhaltung vom historischen Ostern und der darin gegründeten Auferstehungshoffnung und -kraft zu sprechen. Von dem, was den Horizont der irdischen Realitäten erweitert. Von dem, was Menschen von heute neue Zuversicht und wohltuende Orientierung im Dickicht der Zeiten, in den wir leben, gibt: „Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben. … Gott erfüllt, was Er verspricht; dies ist meine Zuversicht.“ (Christian Fürchtegott Gellert)

Unser Referent und Impulsgeber am kommenden Sonntag ist neben manch anderem vor allem Alttestamentler - und zum zweiten Mal bei uns in der Abendkirche Bochum zu Gast. Bis zu seiner Emeritierung 2015 war Herbert Klement Professor und Fachbereichsleiter für Altes Testament an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel.
Seine Studenten bezeichneten ihn gern als ‚wandelnde Mischung aus Brockhaus Enzyklopädie und Wikipedia‘. Bei seiner Emeritierungsfeier bescheinigten sie ihm das Gelingen seines wichtigsten Anliegens: Studenten und Gemeinden den Horizont zu erweitern - durch den unermüdlichen Hinweis auf die Verlässlichkeit der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments als Richtschnur des Glaubens, der Lehre und des Lebens.

Zu seinem Thema schreibt er uns:
„Das Bekenntnis zur Auferstehung Jesu ist historisch so unglaublich, wie es theologisch be­deutsam ist. Dass Gott den gekreuzigten und gestorbenen Jesus am dritten Tag auferweckt haben soll, ist nach aller menschlichen Erfahrung ganz unerhört. Völlig unwahrscheinlich.
Das ging  übrigens den Jüngern damals genauso wie uns heute. Selbst als Jesus am Osterabend bereits in ihre Mitte getreten war, zweifelten sie: „Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?“ (Lukas 24,41).
Jesus hat ihre Skepsis schließlich vollständig überwunden.  Und genau dem wollen wir nachgehen. Anhand einer Geschichte, die Lukas erzählt. Von zwei Männern, denen Jesus auf dem Weg nach Emmaus am Osterabend die Augen öffnet. Und ihnen den Horizont erweitert. Mit dem Wunder Seiner Auferstehung.“

Horizonterweiternd und hochkarätig zugleich - das gilt auch für die Musik des Abends. Hannah Lüdemann und Dieter Schulze besuchen uns mit einem bewegenden Programm. Auf ihrer Setlist stehen neben bekannten Gospel- und Worshipstandards auch ganz neue Titel. Das Ganze wie immer bestens arrangiert und päsentiert im Gewand zeitgenössischer Musik von der Band der Abendkirche aus Diethelm Lattek, Emmnanuel Stanley, Hardy Fischötter und Thilo Henn.

Im Anschluss freuen wir uns darauf, bei Snacks und Getränken mit Ihnen und Ihren Gästen ins Gespräch zu kommen.

 

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