Abendkirche

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Krieg und Frieden - Weltgeschichte zwischen Gott und Mensch


„Et kütt wie et kütt!“ und „et hätt noch emmer joot jejange!“
Die Kölner(innen) sind in Deutschland und auf dem Planeten ganz sicher eine sympathische Minderheit. Aber eine Mehrheit der Menschen, nicht nur in unserem Land, dürfte sich durchaus ihrer Lebensweisheit anschließen, dass es eben in dieser Welt kommt wie es kommt und die Dinge so oder so ihren Lauf nehmen. Wer dann angesichts der schicksalshaften Bedrohungen auf unserem Planeten allen Optimismus beerdigt, dem antwortet der Kölner dann gerne, dass es schon über kurz oder lang irgendwie gut weitergeht. Aber wie steht es um jenes >Rheinische Grundgesetz< in unserer Zeit?


Diese dahinter sich verbergenden Lebenseinstellungen werden gewiss nicht nur in den Wirren des Jahres 2022 als das entlarvt, was sie sind: wohlmeinende Sprüche in einer Zeit der Fassungs- und Hilflosigkeit auf vielen Ebenen.

Für Christen geraten diese Gedanken nochmal in ein anderes Licht. Ist Gott nicht der Herr der Geschichte? Denkt der Mensch lediglich und Gott lenkt tatsächlich? Lohnen sich Friedensgebete in Kriegs- und Bedrohungszeiten? Ist die Weltgeschichte zufallsgesteuert und darin sinnlos? Wer oder was treibt die Menschheit eigentlich zum Guten oder Bösen? Ist der Mensch nicht in faustischer Umkehrung nach Goethe „ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft“?


Aktuell ist der geschichtliche Vorhang vor dem Bösen auf der Weltbühne erneut und sicher nicht zum letzten Mal aufgezogen worden. Neu ist das alles nicht, denn „die Welt ist noch dieselbe wie zu Zeiten Alarichs (um 400 n.Chr.); nur unsere Mittel der Vergewaltigung und Zerstörung – wie auch des Wiederaufbaus – sind beträchtlich vollkommener geworden.“ So stellte es der Philosoph Karl Löwith bereits 1952 im Schatten der Trümmer des 2. Weltkrieges fest.


Aber welche Rolle spielt Gott dabei. Ist er der jenseitige Abwesende oder der geheimnisvolle Gestalter der Weltgeschichte, die er mit unbegreiflichen Mitteln an sein Ziel bringen will? Sind wir die Marionetten auf der Weltbühne oder die verantwortenden Mitgestalter? Im Alten Testament der Bibel wird von einem Gott berichtet, der durchaus vielfach in die Geschichte eingreift und Krieg und Frieden mitbestimmt. Sind Christen aber vielmehr als solche nicht die Außerweltlichen, denn hat nicht ihr Herr und Meister gesagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“(Joh.18,36)

Denken Sie mit, denn „wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind“ (vgl. Matth.18, 20), gelingt es gewiss ein paar erhellende Schlaglichter in das spannungsvolle Gefüge der Weltgeschichte zwischen Gott und Mensch zu setzen!

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