Der Blickwinkel des Glaubens
Henrietta Cornelia Mears (1890 - 1963) war christliche Pädagogin, Evangelistin und Autorin. Bekannt wurde sie vor allem als innovative und energiegeladene Direktorin für christliche Bildung an der First Presbyterian Church in Hollywood. Die Bibelkurse, die sie dort hielt, wurden wöchentlich von mehr als 4.000 Menschen besucht. Sie gehört zu den einflussreichsten christlichen Führungspersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in den USA. Ihr Buch ‚What the Bible is All About‘ (deutsche Ausgabe: ‚Bibellesen leicht gemacht‘) wurde millionenfach verkauft. In ihrem Kapitel über das Evangelium des Johannes im Neuen Testament schreibt sie: „Johannes schrieb, um den Glauben an Jesus Christus, den verheißenen Messias der Juden und den Gottessohn der Heiden zu erwecken und die Gläubigen in ein Leben voll Gottesgemeinschaft zu führen. Das Schlüsselwort ist ‚Glauben‘“: „… die hier aufgezeichneten Berichte wurden geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der versprochene Retter und Sohn Gottes. Wenn ihr an ihn glaubt, habt ihr durch ihn das ewige Leben.“ (Johannes 20,31)
Ebenso wie die Jesus-Biographen Matthäus, Markus und Lukas berichtet auch Johannes davon, wie Jesus mit mit fünf Broten und zwei Fischen 5.000 hungrige Männer und deren Familien so satt bekommt, dass seine Jünger im Anschluss noch zwölf Körbe mit Essensresten einsammeln können. Wie das Brot und die Fische sich nun derart vermehrt haben, um so eine große Menschenmenge mehr als ausreichend zu sättigen, bleibt offen.
Reinhard Bonnke, Afrika-Missionar und Zeltevangelist der Pfingstbewegung ging dieser Geschichte in einer seiner Predigten besonders im Blick auf die Jünger nach. Von Jesus beauftragt machten sie sich mit den fünf Broten und zwei Fischen auf den Weg zu den ersten Hungrigen vorne in der Menge. Plakativ bezeichnete Bonnke diese Wegstrecke als ‚Schritt durch den Todesgraben des Glaubens‘.
Demgegenüber deuten heute die meisten Predigten und Auslegungen diese Speisungsgeschichte nicht als historisch geschehene Machterweisung Gottes, sondern als symbolisch gemeinte Aufforderung, einfach auf den Segen des Teilens zu vertrauen: ‚Gute Christen teilen.‘ - Das hielt der evangelische Theologe Hans-Joachim Iwand für eine ‚platte moralische Nutzanwendung’. Väter der frühen Kirche wie Augustin, Reformatoren wie Calvin und Luther hielten sich zwar mit einer moralisierenden Deutung dieser Geschichte zurück. Einer historischen Auslegung gingen selbst sie doch lieber aus dem Weg. Und doch - noch einmal Iwand: „Die harte Nuss muss aufgeschlagen werden, damit der Kern genossen werden kann. Es nutzt nichts, wenn man sie vergoldet - sie bleibt so immer noch ungenießbar.“
Um diese ‚harte Nuss‘ und den Blickwinkel des Glaubens - nicht nur auf fünf Brote und zwei Fische damals, sondern auf das Christen- und Gemeindeleben heute und in Zukunft - geht es am kommenden Sonntagabend im biblischen Impuls von Christoph Wagner.
Abendkirche Bochum kann auch leise Töne. Das stellt die Musik des Abends von Jule Schröder und Diethelm Lattek unter Beweis. Sie erwartet ein zugleich lyrisches wie auch bewegendes Programm mit sowohl aktuellen als auch klassischen Lobpreisliedern. Verbunden mit der Einladung, dabei zu sein, mitzusingen und Jesus Christus die Ehre zu geben, der die Welt und die Gemeinde zum Glauben ruft. Auch heute noch.
Im Anschluss heißt es wie immer: Gemeinsam Gutes Genießen im Foyer der Trinitatiskirche. Wir freuen uns auf Sie und gute Gespräche mit Ihnen und den Gästen, die Sie gerne einladen und mitbringen können.