Zwischen Endzeit und Empörungskultur
‚Empörungskultur‘!? - Nicht ganz einfach ist es, der Entstehungsgeschichte des Begriffs auf die Spur zu kommen. Im März 2010 heißt es in der ZEIT im Rahmen der Serie „Zukunft der Demokratie“: „Das Land wird zur Empörungsgesellschaft.“ Im darauffolgenden Oktober veröffentlichte der 93-jährige französische Diplomat und Lyriker Stéphane Hessel sein Essay „Empört euch!“, das sich binnen drei Monaten mehr als eine Million mal verkaufte. Empörung sei als moralisches Gefühl die Reaktion auf Unrecht. Die Wahrnehmung von Missständen und nicht zuletzt das Engagement für deren Beseitigung. Folgerichtig lautete der Titel seiner zweiten Streitschrift im Juli 2011 „Engagiert euch!“. Nach Hessels Auffassung erhält nur wer sich empört, einen Anstoß zum Handeln. Empörung und Handlung zum Zwecke der Änderung und Verbesserung gehören für ihn untrennbar zusammen. Empörung ohne Verantwortungsübernahme sei nicht denkbar.
Und gerade um Letztere ist es heute schlecht bestellt. Stattdessen erleben wir die Ausbreitung einer aggressiv moralisierenden und sich empörenden Debattenkultur mit dem Ziel, Andersdenkende mundtot zu machen und Meinungen, die vom sog. Mainstreamdenken abweichen, zu diskreditieren. Wesen und Natur des Christentums ermöglichen dagegen vom Grundsatz her eine Kultur der Meinungs- und Gewissensfreiheit. Der Versammlungs- und auch der Religionsfreiheit.
Wo aber nicht mehr gesagt werden darf, was gedacht wird, wo nicht mehr offen gefragt und um Antwort gerungen werden darf, wo Kritik nicht mehr erwünscht und zum Schweigen verurteilt werden soll, wird eine zunehmend anti-christliche Kultur gefördert. Wer die Endzeitreden Jesu bei Matthäus, Markus und Lukas aufmerksam liest, wird Parallelen finden.
In diesem Spannungsbogen ist unser Impulsgeber am kommenden Sonntag bei uns in der Abendkirche Bochum unterwegs. Arno Backhaus: studierter Sozialarbeiter, aktiver Liedermacher und Autor. Manche kennen ihn noch als Teil des Duos Arno & Andreas. Er selbst bezeichnet sich als erfolgreiche Humorfachkraft, spontanen Situationsmanager und das ‚Schweizer Taschenmesser der Referenten‘. Zu seinem Thema „Zwischen Endzeit und Empörungskultur“ schreibt er: „Da kann einem schonmal die Luft ausbleiben, wenn man die Nachrichten im Radio, Fernsehen und in der Zeitung verfolgt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns stärken lassen mit hoffnungsvollen Aussichten und Gedanken. Die Bibel ist voll davon. Mutmachende, tröstliche Gedanken und Impulse. Sie stärken uns für den Alltag und die Widerstände die uns umgeben. und machen uns Mut, Halt in Gott zu finden und uns von ihm neu motivieren zu lassen, anders zu reden, zu denken und zu handeln.“
Musikalisch begleitet wird er von ‚Christians At Work’: Mit wechselnder Besetzung und mit viel Gospel, Funk, Pop und Soul sind sie bereits seit rund drei Jahrzehnten als Chor von Sängerinnen und Sängern aus halb Deutschland und aus verschiedensten christlichen Glau-bensrichtungen in vielen Gemeinden Deutschlands unterwegs.
Im Anschluss: Wie immer ‚Gemeinsam Gutes Genießen‘ und Zeit für gute Gespräche im Foyer der Trinitatiskirche. Wir freuen uns auf Sie und die Gäste, die Sie gern mitbringen dürfen.