Abendkirche

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Versöhnt leben bedeutet mit Lasten zu leben!

Lasten - sie können so vielfältig sein: körperliche Gebrechen, psychische Lasten wie Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, Sorgen um Menschen, die uns nahe stehen, ungelöste Konflikte, die uns zu schaffen machen, unlösbare Probleme, aus denen wir keinen Ausweg sehen.
„Geteiltes Leid ist halbes Leid“, weiß der Volksmund. Eine Erfahrungsweisheit, die auch die Bibel teilt: „Einer trage des Anderen Last“ (Galater 6,2)
Aber welche Hoffnung gibt es über praktische Ratschläge aus der Rubrik „Lebenshilfe“ hinaus? Wie leben wir mit unseren Lasten, so dass unser Leben kein passives Erdulden bleibt, sondern zum mutigen Gestalten ertüchtigt? Dass gerade die Lasten uns vielleicht sogar zu einer Kraftquelle werden?

Paulus von Tarsus, als Botschafter von Jesus Christus im Gefängnis von Ephesus, gibt den Christen in Philippi, die ihre Lasten zu tragen haben, mit seinem eigenen Beispiel einen guten Rat: „Eins steht fest, dass ich alles vergessen will, was hinter mir liegt. Ich konzentriere mich nur noch auf das Ziel, das vor mir liegt.“ (Philipper 3,13)

Achija Zorn fragt in seinem wunderbaren Buch „Geborgen, frech und frei“, einem exzellenten Kennenlern-Buch über den christlichen Glauben in allen seinen Bezügen:
„Kann es sein, dass es eine Quelle gibt, an der du glücklich werden kannst, egal ob dein Leben glücklich oder unglücklich verläuft?“
Er meint: „Vielleicht ist das sogar der Königsweg zum gelingenden Leben, dass ich mich freue, in allen Höhen und Tiefen des Lebens in Gott geborgen sein zu dürfen. Glück und gelingendes Leben können sich dann als Nebenwirkung erstaunlich automatisch von selbst einstellen.“

Unser Gast in der Abendkirche am 14. September, Werner Hanschmann, zuletzt im Mai 2024 bei uns mit seinem beeindruckenden Vortrag „Heilende Begegnungen“, einer tiefgründigen Interpretation der Geschichte von Jakobs Aufbruch (1. Mose 31-33), begibt sich auch diesmal wieder in die Tiefenschichten eines biblischen Textes - der Geschichte von Jakobs Sohn Josef - um eine ebenso tröstliche wie herausfordernde und ermutigende Botschaft daraus zu folgern: „Versöhnt leben bedeutet mit Lasten zu leben.“ Er schreibt uns dazu folgende Zeilen:

„Hintergrund ist, dass ich viele Menschen kennengelernt habe, die unter ihrem jetzigen Leben leiden und dafür Erfahrungen aus Kindheit und Jugendzeit verantwortlich machen. Sie klagen über das, was ihnen zugefügt oder auch vorenthalten wurde und nehmen diese schweren Erlebnisse als Entschuldigung dafür, dass sie heute nicht so leben können, wie sie es möchten. Sie hängen in dem, was gestern und früher war, fest.
In der Geschichte, die uns die Bibel von Josef erzählt, wird uns nach meiner Ansicht ein Weg gewiesen, wie wir mit erfahrenem Leid und Unrecht umgehen können, damit uns diese Erfahrungen nicht blockieren, sondern wir frei werden für die Gegenwart und offen für die Zukunft.“

Werner Hanschmanns kritische Beobachtungen lenken unseren Blick auf ein Faktum, das allgemein viel zu wenig in unserem Bewusstsein verankert ist: Die Rolle der Eigenverantwortung im eigenen Leben! Nicht wahrgenommen, macht sie einen nicht geringen Anteil am persönlichen Lebensschicksal aus.
Wir dürfen gespannt sein auf ungewohnte und inspirierende Gedanken und Einsichten!

Passend zum Thema des Abends sind auch die Lieder ausgesucht. Bekannte Worship-Titel von Hillsong, Albert Frey oder Chris Tomlin laden zum Mitsingen ein.
Das Gesangstrio aus Malena Schürmann, Kathrin Söhndel und Gabriele Wienand wird begleitet von der Abendkirche-Band.
Freuen Sie sich, wie immer, auf gutes Essen und Trinken bei anregenden Gesprächen im Foyer! Und bringen Sie Gäste mit, die neugierig sind auf „Die andere Sicht“! Dafür stehen nicht nur die Alternativen Medien. Dafür steht auch die Abendkirche!

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