Abendkirche

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Gott kommt - wie können wir ihn empfangen und ihm Raum geben?

 

Kommenden Sonntag ist Erster Advent.
Ganz adventlich beschließt der 1986 verstorbene evangelische Theologe Helmut Thielicke seine Autobiographie „Zu Gast auf einem schönen Stern“. Die Inspiration zu diesem Titel fand er, als er zu einem Vortrag ins Weltraumzentrum in Houston eingeladen worden war. Im Anschluss sprach er auch mit verschiedenen Astronauten - bewegt davon, wie fasziniert sie vom Anblick der Erde berichten konnten, die sie aus dem Weltraum gesehen hatten: eine begrünte Oase des Lebens inmitten unermesslicher Wüsten im weiten All …
Und so heißt es dann auf den letzten Seiten seiner Lebensbeschreibung: „Wir sind freilich nur Gäste auf diesem schönen Stern, Bewohner auf Abruf und mit versiegelter Order, in der Tag und Stunde des Aufbruchs verzeichnet sind … Doch als Christen sind wir gewiss, dass die uns zugemessene Lebensspanne nur die Adventszeit einer noch größeren Erfüllung ist.“ - Schon hier wird deutlich: Advent ist mehr als ‚Einstimmung auf Weihnachten‘. Thielicke schreibt weiter: „Das Land, in das wir gerufen werden, ist eine terra incognita, ein unbekanntes, ja ein unvorstellbares Land. Nur eine Stimme gibt es, die wir wiedererkennen werden, weil sie uns hier schon vertraut war: die Stimme des guten Hirten.“

Auch der Blick auf die Geschichte der frühen Kirche macht deutlich: Die ersten Christen haben sich nicht - wie wir heute in den weitesten Teilen der Kirche - großartig mit der Erinnerung an die Geburt vom Jesuskind beschäftigt. Sie nahmen in Sachen ‚Advent‘ (= ‚Ankunft‘) eine ganz andere Perspektive ein. Sie lebten in einer ganz lebendigen Erwartung der ‚Wieder-Ankunft‘ des auferstandenen Jesus Christus mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Diese Aussicht war es wohl, die ihnen auch in krisenreichen und herausforderungsvollen Zeiten Kraft und Hoffnung verlieh und ihre Leidenschaft für die Gute Nachricht von Jesus immer wieder neu entfachte. Eine Leidenschaft, die allerorts Menschen für den Glauben an Christus gewann.
Markus Till, deutscher Autor und Laientheologe, schreibt in seinem Blog ‚Aufatmen in Gottes Gegenwart’: „Offensichtlich ist die Erwartung der Wiederkunft Jesu wichtig für das Christsein, weil sie unsere Prioritäten und Perspektive auf die Welt geraderückt.“
Genau das hatte der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann fest im Blick, als er fünf Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges auf dem Kirchentag in Essen einem erstaunten Publikum diese unvergesslich gewordenen Worte zurief: „Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt!“
In dieser Perspektive steht auch Tills Artikel, in dem er schreibt: „Noch nie in der Geschichte hatten wir so viel Grund, die baldige Wiederkunft Jesu zu erwarten wie heute! Jesus hat uns ja Mut gemacht, die Zeichen der Zeit zu beachten. Und die haben noch nie eine so klare Sprache gesprochen: Immer öfter hören wir von Katastrophen, Kriegen und Verfolgung. Seit Beginn der Weltmissionsbewegung vor etwa 300 Jahren hat sich das Evangelium in bemerkenswertem Tempo über die ganze Welt verbreitet. Seit 1948 sammelt sich das Volk Israel wieder in seinem Land. Es haben sich also schon … viele Vorhersagen der Bibel erfüllt, die sich auf die Zeit vor Jesu Wiederkunft beziehen. Natürlich wird trotzdem kein Mensch je vorhersagen können, wann Jesus wiederkommt. … Aber selbst wenn es noch etwas länger dauert – in jedem Fall gilt: Er wird kommen!“

In dieser Gewissheit steht auch unser Gast in der Abendkirche Bochum am Sonntagabend. Er fragt: „Gott kommt - wie können wir ihn empfangen und ihm Raum geben?“ - Nicht weit weg vom Liederdichter Paul Gerhard (1607 - 1676) mit seinem bekannten Adventslied: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn’ ich dir?“
Wir freuen uns auf einen in diesem Sinne adventlichen Abend mit Pfarrer i. R., Journalist und Autor Achijah Zorn. In seinem aktuellen Buch „Geborgen, frech und frei“ schreibt er: „Der christliche Glaube hat nur als Geborgenheitsglaube eine Zukunft. Das befreit zu einer frechen und fröhlichen Zurückweisung von allen moralvergifteten Antreibern, die in uns selber stecken oder die uns von außen unter Druck setzen.“ - Jesus Christus ist ganz anders. Er ist und stillt - mit Paul Gerhard gesprochen und gesungen „aller Welt Verlangen“.

„Er kommt“ - das ist auch eine stimmige Überschrift für die Musik des Abends. Neben diesem Titel von Albert Frey stehen viele andere adventliche Lieder zum Mitsingen und bewegende Gospeltitel von Andrae Crouch, Geron Davis u. a. - vorgetragen von unserer Gospelformation Voices4Him mit Solist Dieter Schulze und begleitet von der Band der Abendkirche.

Im Anschluss wie immer: Zeit für gute Gespräche. Für ‚Gemeinsam Gutes Genießen‘ im Abendkirche Bistro. Wir lassen den Abend entspannt ausklingen - und freuen uns auf Sie und Ihre Gäste, die Sie gern zahlreich mitbringen können.

 

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