Elijah und sein Kampf um den rechten Glauben
Der Kampf um den rechten Glauben beginnt spätestens mit dem Exodus des Volkes Israel aus Ägypten. Seien es die darauffolgenden vierzig Jahre der Wanderung durch die Wüste, sei es die Landnahme in Kanaan - über jedem Schritt, über jedem Erfolg oder Misserfolg bei der Einnahme des Gelobten Landes steht das erste Gebot: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2. Mose 20,2f.).
Gott kämpft um den rechten Glauben Seines Volkes. Und die, die an Ihn glauben, tun es auch. - Warum? „Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott, und der HERR hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist, aus allen Völkern, die auf Erden sind.“ (5. Mose 14,2) Das gilt auch für die Zeit der Richter nach der Landnahme.
Der Kampf hält an. Bei der Entwicklung und Etablierung des Königtums in Israel. Er zieht sich bis tief hinein in die Prophetie des Alten Testaments. Im letzten von seinen insgesamt 39 Büchern fragt Gott Sein Volk: „Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich?“ (Maleachi 1,6)
Und dieser Kampf kommt auch im Neuen Testament nicht zur Ruhe. Er zieht sich durch die Apostelgeschichte. Paulus spricht in seiner Abschiedsrede in Ephesus von ‚reißenden Wölfen‘, „die die Herde (die Gemeinde, Gottes heiliges und erwähltes Volk) nicht verschonen werden“ (Apostelgeschichte 20,29). Später wird er an die Gemeinde dort schreiben: „... wir sollen keine unmündigen Kinder mehr sein; wir dürfen uns nicht mehr durch jede beliebige Lehre vom Kurs abbringen lassen wie ein Schiff, das von Wind und Wellen hin und her geworfen wird, und dürfen nicht mehr auf die Täuschungsmanöver betrügerischer Menschen hereinfallen, die uns mit ihrem falschen Spiel in die Irre führen wollen“ (Epheser 4,14). - Die vielen Briefe der Apostel an die Gemeinden in Kleinasien und Europa und nicht zuletzt auch die Offenbarung als letztes Buch der Bibel zeigen: Der rechte Glauben der Gemeinde steht immer unter Druck von innen und von außen.
Und diese Konfrontation nimmt auch Laufe der außerbiblischen Kirchengeschichte nicht ab: Wie anders ist die Reformation zu verstehen als ein Kampf um den rechten Glauben? Oder die Biographien eines Jan Hus, Martin Luthers, Johannes Calvins usw.?
Und sie bleibt auch präsent in den Zeiten der Gegenreformation, der lutherischen Orthodoxie durch Pietismus und Aufklärung bis ins 21. Jahrhundert. Davon zeugen nicht zuletzt die Entstehung des von Ulrich Parzany 2016 initiierten Netzwerks Bibel und Bekenntnis sowie viele YouTube-Foren und -Beiträge rund um die Frage nach dem rechten Glauben. Pastoren und Wissenschaftler wie Timothy Keller (†2023) und John Lennox engagieren sich in der Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Wissenschaft. Im deutschsprachigen Raum verteidigen Prof. Dr. Matthias Clausen, Julia Garschagen u.v.a. als moderne Apologeten den christlichen Glauben im Dialog mit Vernunft, Wissenschaft und Historie.
In diesem Spannungsbogen spricht am kommenden Sonntag bei uns in der Abendkirche Bochum Pfarrer i. R., Publizist und Autor Achijah Zorn über den biblischen Propheten Elijah und seinen Kampf um den rechten Glauben - nachzulesen im 1. Buch der Könige, Kapitel 18 und 19. Nach dem biblischen Bericht heiratete der amtierende König Israels Ahab die phönizische Prinzessin Isebel und ließ ihr zu Gefallen in Samaria einen Tempel für die phönizisch-kanaanäische Wetter- und Fruchtbarkeitsgottheit Baal errichten. Isebel selbst setzte zahlreiche Baalspriester ein und machte den Kult für auch für die Angehörigen des Volkes Israel attraktiv. „Ich bin der HERR, dein Gott ... Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“!?
Zu seinem Thema bei uns schreibt Zorn: „Der evangelischen Kirche geht es oft genug gar nicht mehr vorrangig um den Glauben, sondern um die (politische) Moral. Kirche passt sich einem Zeitgeist an, für den Gott letztlich uninteressant ist. Der Glaube wird in ein moralisches Koordinatensystem einsortiert. Dem alttestamentlichen Propheten Elijah dagegen ging es zentral um den wahrhaftigen Gott. An welchen Gott oder Gottersatz hängst Du dein Herz? Mit dieser Frage werden die entscheidenden Weichen im Leben gestellt. Und die damaligen Alternativen sind bis heute aktuell: Baal oder Jahwe.“
Musikalisch werden wir begleitet von Solistin Annika Schüler und der Band der Abendkirche. Auf ihrer Setlist finden sich bewegende Titel von Yolanda Adams, Tasha Cobbs, Point Of Grace u.v.a. Und natürlich auch Lobpreisklassiker, die uns als Abendkirchegemeinde einladen, unserem himmlischen Vater, der uns als Eigentum erwählt und zu Seinen Kindern berufen hat, die Ehre zu geben.
Im Anschluss wie immer: Zeit für gute Gespräche. Für ‚Gemeinsam Gutes Genießen‘ im Abendkirche Bistro. Wir lassen den Abend entspannt ausklingen - und freuen uns auf Sie und Ihre Gäste, die Sie gern zahlreich mitbringen können.