Sommerabendkirche

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Wenn das Licht leise kommt

Es gibt Abende, an denen die Dunkelheit nicht nur draußen, sondern auch in unserem Inneren spürbar wird. Fragen bleiben unbeantwortet, Sorgen legen sich wie Schatten über den Tag, und der Weg nach vorn erscheint ungewiss.

Gerade dann sehnen wir uns nach Licht. Nicht nach einem grellen Schein, der alles überstrahlt, sondern nach einem Licht, das Orientierung schenkt, Hoffnung weckt und den nächsten Schritt erkennen lässt.

Die Bibel spricht von einem Licht, das stärker ist als jede Finsternis. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

In der Abendkirche spricht Sabine Mosel zu dem Thema „Mehr Licht“ und erinnert uns daran, das Gottes Wirken oft nicht spektakulär, sondern still und behutsam geschieht. Sie schreibt dazu:

„Mehr Licht!“ sollen die letzten Worte des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe gewesen sein, bevor er am 22. März 1832 starb. Im Jahr 1990 räumte der „Spiegel“ allerdings mit diesem Mythos auf (13.05.1990 — Nicht »mehr Licht« - einen Nachttopf verlangte der sterbende Goethe.) Und die Süddeutsche Zeitung weiß es noch besser: „Goethe hat auf dem Sterbebett seine letzten Worte in Frankfurter Dialekt gesprochen. Er wollte ursprünglich sagen: Mer licht hier abber schlecht ...“

Nun war niemand von uns dabei, als Goethe starb, auch die DPA und ihre Gazetten nicht. „Mehr Licht“ wünschen sich viele Menschen, und gerade in der momentanen Weltlage und der Stimmung in der Bevölkerung bei uns ist das mehr, als ein frommer Wunsch – es ist eine Sehnsucht nach Heil, Heilung, Frieden, Freude und Freiheit.

Mehr Licht wünschte sich auch der Blindgeborene, von dessen Heilung uns im biblischen Impuls erzählt wird. Der Wochenspruch „Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Eph. 5, 8b-9) begleitet und ermahnt uns, noch ein Stück weiter zu sehen und zu gehen, um nicht nur mehr Licht im Leben zu erhoffen, sondern dann auch danach zu leben.

Gemeinsam wollen wir zur Ruhe kommen, singen, beten und darüber nachdenken, wo Gottes Licht unser Leben berühren und verändern kann.
Vielleicht brauchen wir nicht auf alle Fragen sofort eine Antwort. Vielleicht genügt zunächst ein Licht, das hell genug ist für den nächsten Schritt.

Herzlich willkommen zu einem Abend der Besinnung, der Gemeinschaft und der Hoffnung.

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