Womit habe ich das verdient?
Im Februar 2025 titelte der schwedische öffentlich-rechtliche Rundfunksender SVT im Blick auf das in Schweden jährlich ermittelte sog ‚Jugendbarometer‘: „Könnte Jesus der Influencer des Jahres 2025 werden?“ Die zugrundeliegende Umfrage wurde unter rund 17.000 Menschen in Schweden durchgeführt. Johanna Göransson, eine der Forscherinnen, die mit der Untersuchung beauftragt war, stellt fest: ‚Junge Menschen zwischen 15 und 24 in Schweden sprechen nicht allgemein über Religion, sondern über Jesus ‚als wertgebende Leitfigur.‘
Ähnliche Untersuchungen gab es in Finnland. Veli-Matti Salminen, ein Forscher der evangelisch-lutherischen Kirche Finnlands stellte in einem Interview der Medienagentur MTV Oy im Januar 2025 fest: ‚Es gibt eine starke Zunahme in der Gruppe von Männern unter 30, die der Person Jesu und seiner Lehre zentrale Bedeutung für ihr Leben zumessen.‘
Tatsächlich bezeichnen sich die Angehörigen der Generation Z nur noch halb so häufig als atheistisch wie die der Millenials. Ein großer Teil von ihnen stuft sich als ‚spirituell‘ ein.
In Frankreich - einem seit der Aufklärung deutlich säkular geprägten Land - ließen sich am diesjährigen Osterfest 18.000 junge Erwachsene taufen: 45 % mehr als in 2024.
Trotz des Abwärtstrends der Kirchen in Großbritannien stieg dort die Anzahl der Bibelkäufe zwischen 2019 und 2024 um 87 Prozent. In Zahlen: von 2,69 Millionen in 2019 auf 5,02 Millionen verkaufte Exemplaren im Jahr 2024. Ebenfalls zu beobachten: Der Kirchenbesuch von jungen Menschen ist in diesen Jahren um ein Fünffaches angewachsen.
Vor rund 15 Jahren traf sich der christliche britische Autor und Broadcaster Justin Brierley zu Gesprächen vor laufender Kamera mit den ‚Four Horsemen’, den ‚Vier apokalyptischen Reitern des neuen Atheismus‘: Richard Dawkins, Christopher Hitchens, Sam Harris und Daniel Dennett. Nicht zuletzt auch mit ‚CosmicSkeptic‘ Alex O’Connor: ein britischer YouTuber, Autor, Redner und Podcaster, der vor allem für seine Videos zu Religion, Atheismus und Philosophie bekannt ist.
Brierley: „Wir führten kämpferische Debatten zwischen glühenden Atheisten und christlichen Denkern.“ - Seit einigen Jahren hat sich die harsche Tonart dieser Gespräche nun geändert.
Von Alex O’Connor heißt es, er wünsche sich, dass das Christentum wahr sei. Er glaube nicht an Gott, sähe aber den Wert und die Schönheit der christlichen Traditionen als unbedingt erhaltenswert an.
Richard Dawkins, Autor des Bestsellers ‚Der Gotteswahn‘ (2007) bezeichnet sich heute als ‚Kulturchrist‘ - in Abgrenzung gegenüber den geistigen und religiösen Strömungen des Relativismus und des Islam. Wenn unsere Gesellschaft an keine Werte mehr glaube und der Islam immer fundamentalistischer werde, fühle er sich den christlichen Werten verbunden. Auch wenn er kein Christ sei.
Einen Schritt weiter ging 2023 eine seiner Weggefährtinnen: Die Ex-Muslima und bis dahin Atheistin Ayaan Hirsi Ali. Sie konvertierte zum Christentum, weil sie „das Leben ohne spirituellen Trost letztlich als unerträglich, ja fast als selbstzerstörerisch empfand.“
Alles Entwicklungen, denen nicht gerade Interesse und Augenmerk seitens unserer Medien noch unserer Kirchen gilt. Sind es geistliche Aufbrüche? Der Beginn einer neuen Spiritualität? Vielleicht eher politische Statements im Zeitalter des Relativismus und schwindender Werte? - Oder vielleicht auch eine Zeit der Ermutigung für die Gemeinde Jesu?
In der Abendkirche am kommenden Sonntag fragt Christoph Wagner unter der Überschrift „Womit habe ich das verdient?“ nach Adel und Auftrag der Gemeinde und nach Würde und Mandat des einzelnen Christen. Petrus beschreibt beides in der Bibel so: „Ihr aber seid das erwählte Volk, das Haus des Königs, die Priesterschaft, das heilige Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr seine machtvollen Taten verkündet.“ (1Petr 2,9) - Kein verdientes, aber lebensveränderndes Geschenk aus Liebe und Gnade und Barmherzigkeit.
Beim Auspacken helfen Bianca und Markus Galla mit gewohnt guter Musik: Bekannte Titel von Hillsong, Rend Collective u.a. stehen auf ihrem Programm. Und ‚Klassiker‘ zum dankbaren Mitsingen für unseren Herrn, der Seine Gemeinde und unsere Zeit in Seinen Händen hält, werden nicht fehlen.
Wir freuen uns auf den Gottesdienst, auf Sie und Gäste, die Sie gern mitbringen können - und auf gute Gespräche mit Ihnen allen bei ‚Gemeinsam Gutes Genießen‘ im Foyer der Trinitatiskirche.