Willkommen in der Abendkirche Bochum

 

14. Juli


‚Widerstand und Ergebung‘ heißt die von Eberhard Bethge zuerst 1950/51 herausgegebene Sammlung von Briefen, Notizen und Gedichten aus Dietrich Bonhoeffers Haftzeit in Berlin-Tegel vor seiner Hinrichtung. Im Prolog schreibt Bonhoeffer 1943 unter der Überschrift ‚Optimismus’:
„Es ist klüger, pessimistisch zu sein: vergessen sind die Enttäuschungen und man steht vor den Menschen nicht blamiert da. So ist Optimismus bei den Klugen verpönt. Optimismus ist in seinem Wesen keine Nicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignierten. Eine Kraft, den Kopf hochzuhalten, wenn alles fehlzuschlagen scheint. Eine Kraft Rückschläge zu ertragen. Eine Kraft, die die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt. Es gibt gewiss auch einen dummen, feigen Optimismus, der verpönt werden muss. Aber den Optimismus als Willen zur Zukunft soll niemand verächtlich machen … Es gibt Menschen, die es für unernst, Christen, die es für unfromm halten, auf eine bessere irdische Zukunft zu hoffen und sich auf sie vorzubereiten. Sie glauben an das Chaos, die Unordnung, die Katastrophe als den Sinn des gegenwärtigen Geschehens und entziehen sich in Resignation oder frommer Weltflucht der Verantwortung für das Weiterleben, für den neuen Aufbau, für die kommenden Geschlechter. Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen. Vorher aber nicht.“

Diese Worte Bonhoeffers setzen auch den Spannungsbogen für den biblischen Impuls am kommenden Sonntagabend in der ersten Sommer-Abendkirche 2024. Manfred Lang fragt nach: ‚Was macht uns zuversichtlich? - Und genauer noch: ‚Was verdient unser Zuversicht und unseren Optimismus - und was nicht?‘  
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